Preview des Monats

Dezember

Preview & Theater
FREUDE SCHENKEN - Ein tragisch komisches Artistikspektakel von Peter Weyel
& die Preview des neuen Films von Roy Andersson EINE TAUBE SITZT AUF EINEM ZWEIG UND DENKT ÜBER DAS LEBEN NACH

Eine Taube - Trailer PeterWeyel
Das Bühnenprogramm FREUDE SCHENKEN entstand zum 25-jährigen Auftrittsjubiläum eines Straßenartisten, der nicht mehr ganz jung von der Straße ins Theater wechselt. Altersgenossen aus der Region werden sich noch gut an Peter Weyels Anfangsjahre als Akrobat und Jongleur beim legendären Jongel Bongel Syndikat erinnern. Nach über 25 Jahren kehrt er mit seinem Gastspiel am Mittwoch, den 3. Dezember um 20 Uhr zurück auf die Traumstern-Bühne. Im Anschluss an das Bühnenprogramm präsentiert das Kino Traumstern den nicht weniger skurrilen, neuen Film EINE TAUBE SITZT AUF EINEM ZWEIG UND DENKT ÜBER DAS LEBEN NACH von Roy Andersson in einer Preview vor dem Bundesstart.
Mit seinem Artistikspektakel stellt sich Peter Weyel der Aufgabe, einem durchaus kulturkritischen Theaterpublikum, Freude zu schenken. Eine Achterbahn für die Nerven: skurrile side-Show Einlagen mit Rasierklingen und Ventilatoren werden unterbrochen von skurrilen Texten von Jandel und Kentler. Der Artist konfrontiert das Publikum mit den eigenen Befindlichkeiten und der Zuschauer weiß nur schwer zu erkennen, was real und was Fiktion ist. FREUDE SCHENKEN hatte 2010 Premiere im E-Werk in Freiburg und sorgt seitdem für Kontroversen bei jeder Vorführung. Eine tragischkomische Show. Verblüffende Tricks, ein überraschendes Ende und ein Alleinunterhalter, der die Stimmung rettet, egal wie hart das Leben ist.
Im Anschluss an das Bühnenprogramm schickt uns der Gewinner des Goldenen Löwen von Venedig 2014 auf eine märchenhafte Irrfahrt durch Menschliches und Allzumenschliches. Es ist eine Reise in grandiosen Sketchen, die die Schönheit eines einzelnen Moments offenbaren, aber auch die Verlorenheit anderer, den Humor und die Tragik, die in uns wohnen, die ganze Pracht des Lebens und die unvermeidliche Schwäche der Menschen. Mit einem Humor zwischen Loriot und Samuel Beckett beschenkt uns der schwedische Meisterregisseur Roy Andersson mit einem wahrhaft einzigartigen Kinoerlebnis, wie man es noch nicht gesehen hat.
In seinem Film begleiten wir Sam und Jonathan, zwei glücklose und etwas kummervolle Vertreter für Scherzartikel. Als Handlungsreisende sind sie in wichtiger Mission unterwegs: sie wollen helfen, Spaß zu haben – man könnte sagen, Freude schenken. Da die Welt voller Enttäuschungen und eine seltsam einsame Angelegenheit ist, haben sie sich auf die Klassiker unter den Kuriositäten spezialisiert: Vampirzähne, Lachsack und eine groteske Monstermaske. Weil das Verkaufen eine grässliche Angelegenheit ist, tun sich Sam und Jonathan oft schwer, die Ware mit dem nötigen Schwung unters Volk zu bringen und sind sich äußerst uneinig, welche Präsentationsstrategie die richtige ist. Denn Freude zu verbreiten in einer sonst fahlen Welt ist schwer. Mit der Träne im Gesicht und dem Lachsack im Vertreterkoffer gehen sie auf eine phantastische Reise durch Räume der Geschichte und finden sich in phantasmagorischen Erinnerungen wieder – an verliebte Könige, getauschte Küsse und fröhlich gurrende Tauben.
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