Zu Gast im Traumstern

Filmgespräch


DER TOD IST EIN ARSCHLOCH

Deutschland 2025, Farbe, 79 Min., FSK: ab 6
Regie: Michael Schwarz

Eric Wrede gilt als Deutschlands bekanntester Bestatter…„The End – Das Buch vom Tod“, „Auf Leben und Tod – Gespräche über das, was am Ende zählt“, oder „Wenn wir ins Gras beißen“ heißen die Bücher von Eric Wrede, die den ehemaligen DJ in den letzten Jahren zum Bestseller-Autor und beliebten Sujet für Dokumentarfilme gemacht haben…
Gerade in Zeiten, in denen die Bindung an Kirchen immer geringer wird, die klassische kirchliche Beerdigung, mit sakraler Musik und einer Rede von Pfarrer oder Priester irgendwie etwas zu altmodisch und nicht mehr ganz angebracht wirkt, wird der Wunsch vieler Menschen laut, ihre Freunde oder Angehörigen auf andere, persönlichere Weise zu beerdigen…

Ganz so weit wie in manchen westafrikanischen Ländern, wo Särge in Form von Autos, Flugzeugen oder anderen Dingen jede Beerdigung zu einem bunten Ereignis werden lassen, sind wir in Deutschland zwar noch nicht, aber es tut sich etwas. Zusammen mit seinem Team nimmt sich Wrede viel Zeit für die Angehörigen, spricht aber auch schon vor deren Tod etwa mit Menschen, bei denen Krebs diagnostiziert wurde. Das taten Bestatter zwar schon seit langem, der größte Unterschied von Wredes Unternehmen mit dem schönen Namen „Lebensnah“ dürfte im Versuch liegen, wirklich individuelle Bestattungen zu organisieren…

Es zeigt aber auch, für wen eine Trauerfeier, ein Abschiednehmen am Ende wichtiger ist: Eine Todkranke, die mit Wrede ihre Beerdigung und Trauerfeier plant sagt treffend: „die ist ja nicht für mich, sondern für die die bleiben.“…

Ein schöner Film über das Sterben ist „Der Tod ist ein Arschloch“ dadurch geworden, ein nachdenklicher Film über das, was jedem Menschen unweigerlich widerfahren wird.
(Michael Meyns aus www.programmkino.de)

Matinée am So. 22. Februar um 12 Uhr
mit anschließendem Gespräch mitder Licher Bestatterin Silke Schulz-Laun (Lebenskreis)
sowie Di 3. und Mi. 4. März jeweils um 16.30 Uhr