zur Filmbeschreibung

Programm für: Dienstag 07.02.2012

Deutschland 2010, Farbe, 92 Min., FSK: ab 12 Jahre
Regie und Buch: Christoph Rüter
Darsteller: Thomas Brasch, Katharina Thalbach

Thomas Brasch, Schriftsteller, Dichter und Filmemacher, war der Sohn jüdischer Eltern, die nach England emigriert waren. Dort ist er 1945 auch geboren; immer war er stolz auf seinen englischen Pass. 2001 starb er. Sein Freund Christoph Rüter stellte diesen Dokumentarfilm vorwiegend aus (27 Stunden) Material zusammen, das Brasch über sich selbst hinterlassen hat. Dazwischen charakteristische TV-Szenen aus seinen Theaterstücken (zum Beispiel über die Aufarbeitung der Kindheitserlebnisse in der Kadettenschule oder die Zeit im Gefängnis, in das sein eigener Vater ihn brachte), aus Talkshows, aus persönlichen Gesprächen (zum Beispiel mit Günter Grass) - nicht zu vergessen seine berühmt-berüchtigt gewordene Rede anlässlich der Verleihung des Bayerischen Filmpreises 1981, den er für seinen Film „Engel aus Eisen“ erhielt.
Sehr komplex waren seine Dimensionen: die geistig-literarische, die politische, die menschlich-persönliche. Die erste brachte viel Bedenkenswertes und schöne Gedichte hervor, was im Film zum Ausdruck kommt.
Die zweite war eine ewige Subversion: gegen den Staat (DDR ebenso wie Westdeutschland) und jegliche soziale Organisation…
Die dritte war geprägt von Widersprüchen, von Ängsten, von Aggressivität, von der ständigen Selbstfilmerei mit wackliger Handkamera…
Er war ein Ruheloser, ein Einsamer, ein Unberechenbarer, ein Anarchist, ein Suchender, der „gelebte Widerspruch“ (Regisseur Christoph Rüter), einer, der den Konflikt und den „Wirrwarr“ (Brasch) suchte, einer, der auch vor Alkohol und Drogen nicht halt machte, einer, der gegen Ende seines Lebens sterbenskrank wurde. . .
. . . einer, der künstlerisch genug Bedeutung hatte, so dass er diesen Film eines Freundes (aus Anlass seines 10.Todestages) mehr als verdient.
(Thomas Engel in www.programmkino.de)

Mi 1. Februar um 21 Uhr
Matinée am So 5. Februar um 12 Uhr

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