Zu Gast im Traumstern

online-Filmgespräch mit Regisseurin Carla Simon


ALCARRAS – DIE LETZTE ERNTE

Spanien/Italien 2022, Farbe, 120 Min.
Regie: Carla Simón
DarstellerInnen: Jordi Pujol, Anna Otin, Xenia Roset, Albert Bosch

Wegen der herausragenden Darstellungen, von den Kinderschauspieler:innen bis zu den 80jährigen, wegen der Fähigkeit, die Zärtlichkeit und Komödie einer Familie ebenso zu zeigen wie ihre Kämpfe, und wegen des Portraits unserer Verbindung zur Erde um uns herum und unserer Abhängigkeit von ihr: Der Goldene Bär der Berlinale 2022 geht an ALCARRAS.
Das war die Begründung von Regisseur M.Night Shyamalan, dem Präsident der Jury der diesjährigen Berlinale, (der übrigens auch die Filmemacherin und Autorin Tsitsi Dangarembga aus Simbabwe angehörte), für die Auszeichnung des spanischen Films ALCARRAS – DIE LETZTE ERNTE. Der großartige Film von Regisseurin Carla Simóns kommt im August in die Kinos. Zuvor, am Mittwoch, den 27. Juli zeigt das Kino Traumstern in Lich ALCARRAS in einer Preview vor dem Bundesstart. Der Film ist nach MORGEN GEHÖRT UNS und EVERYTHING WILL CHANGE ein weiterer hervorragender Beitrag zum derzeitigen Themenschwerpunkt Klimakrise im Kino Traumstern.

Zum Film
Seit 80 Jahren baut die Familie Solé in Alcarràs Pfirsiche an. In diesem Sommer versammelt sie sich zum letzten Mal zur gemeinsamen Ernte. Das Land hatte ihnen einst der Großgrundbesitzer Pinyol überlassen, als Dank für seine Rettung im Spanischen Bürgerkrieg. Doch der junge Pinyol will vom Handschlag seines Großvaters nichts mehr wissen. Er will das Land zurück, um eine Photovoltaik-Anlage darauf zu errichten. Auf einzigartige, vielstimmige, mit überbordender Energie und Momenten der Stille orchestrierte Weise erzählt ALCARRAS von der letzten Ernte der Solés – so handfest, zärtlich und sinnlich, dass wir uns bald selbst als Mitglied der Familie wähnen. Der Großvater Rogelio gibt die Hofffnung nicht auf, den jungen Pinyol zum Einlenken zu bewegen...

Regisseurin Carla Simón über ihren Film
Seit der Jungsteinzeit schon bestellt die Menschheit das Land in Familienwirtschaft. Es ist die älteste Arbeit, die die Menschheit kennt. Aber die Geschichte der Familie Solé spielt in einer Zeit, in der diese traditionelle Form der Landwirtschaft kein ausreichendes Einkommen mehr einbringt. Viele Familien sehen sich gezwungen, nach etlichen Generationen ihr Land aufzugeben. Was bedeutet Landwirtschaft heute für uns? „Alcarràs“ ist auch eine Hommage an die Widerständigkeit der letzten Familien von Landwirten, die in unserer westlichen Welt jeden Tag mehr vom Verschwinden bedroht sind. Eine Geschichte über die Verbundenheit mit dem Land, über Familienbeziehungen und die Spannung zwischen den Generationen, über die Notwendigkeit, Althergebrachtes zu überwinden, über die Bedeutung des Familienzusammenhalts in Krisenzeiten.


Die Presse über ALCARRAS

Im Kino Carla Simóns gibt es eine Sicht aufs Leben, eine Haltung. Sie weiß, was und wie sie es erzählen will. Die Erzählung steckt oft in verborgenen Formen, den Gesten, den Blicken, dem Schweigen, den Zwischentönen. Im abwesenden Blick des Großvaters ist seine ganze Wahrheit aufgehoben, die ganze Wahrheit dieses Films, diese Angst, zu verlieren, was man liebt. Vor allem aber ist Alcarràs von unglaublicher Schönheit.
THE OBJECTIVE

Carla Simón fokussiert sich ganz auf das Land und die, die es bearbeiten. Fröhlich, schmerzlich und berührend: Wie Carla Simón und ihre Schauspieler diese Wechsel fließen lassen, von Stille zu schierer Energie, von Verzweiflung zu Humor, wie sich dabei jeder Moment wahr und wirklich anfühlt – darin liegt die eigentliche Größe von „Alcarràs“.
SCREEN DAILY

Carla Simóns hinreißender Film ist der Beweis, dass Fiktion manchmal das mächtigste Mittel ist, um Wahrheit zu entdecken. Das Ende werden Sie niemals vergessen.
THE TELEGRAPH

Do 11. August um 19.30 Uhr mit anschließendem Online Filmgespräch
Fr 12. bis Mi 17. August täglich um 18.45 Uhr (Mo in OmU)
Matinée am So 14. August um 12 Uhr