Zum 9. Nov

Die Film- und Veranstaltungsreihe zum 9. November 1938


Auch in in diesem Jahr gibt es wieder eine umfangreiche Film- und Veranstalrungsreihe zum 9. November 1938
Unten finden sich die ausgewählten Filme, die weiteren Veranstaltung finden sich unter folgtenden Links:
Kultur Lich
künstLich
KVHS


Die Filme der Reihe zum 9. November 1938 - Erinnerungskultur


Veranstaltungsreihe zum 9. November 1938 in Lich
Erinnerungskultur 2021


STOLPERSTEINVERLEGUNG IN LICH
Vor 4 Häusern werden 16 Steine verlegt für die jüdi-schen Familien Bing, Chambré, Mayer Sommer und Ludwig Sommer. Texte erinnern an die Schicksale der 16 Menschen, die in der Zeit des Nationalsozia-lismus in Lich ausgegrenzt, deportiert und ermordet wurden oder geflüchtet sind. Grußworte der Nachfahren werden verlesen, Schüler*innen legen weiße Rosen nieder. Mitglieder der Songlines begleiten musikalisch. Die Schülerinnen und Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schule werden schulintern eine Videoverbindung zu den Nachfahren der Familien Bing und Chambré in den USA herstellen, so dass eine virtuelle Begegnung stattfinden kann. Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Lich.
Mit der Einbindung der jungen Generation und der Arbeit der Lehrer*innen und
Schüler*innen der DBS sowie der Begegnung mit Nachfahren der Familien will die AG Stolpersteine eine lebendige Erinnerungskultur etablieren und ein Zeichen setzen für Toleranz – gegen Ausgrenzung und Rassismus.

Mittwoch, 3. November 2021 I 14:00 Uhr
Heinrich-Neeb-Straße 2 (Hessentagsbrunnen), Lich


VIER AUSSTELLUNGEN AN VIER ORTEN – Eintritt frei


1.
VOM SCHEITERN EINES ANBERAUMTEN MASSENMORDES
Bulgarien 1934 – 1944
Sucht man nach Beispielen von „Best Practice“ in der Geschichte kommt man um Bulgarien in den 30er und 40er Jahren nicht herum. Über die Vorgeschichte und die Abläufe des hier thematisierten Rettungswiderstandes wird in dieser Ausstellung berichtet. Die Wanderausstellung und ihre Begleitbroschüre wurden realisiert als drittes Teilprojekt der Reihe „Topographien der Menschlichkeit“ des Vereins Courage gegen Fremdenhass e.V. Die Reihe ist der Fähigkeit der Menschen gewidmet, sich auf die „richtige“ Seite zu stellen, die Seite der Geschwisterlichkeit aller Menschen.
www.topographiendermenschlichkeit.de/bulgarien/

Montag, 8. Nov. – Donnerstag, 16. Dez. 2021
vhs Haus, Kreuzweg 33, Lich


2.
MENSCH, DU HAST RECHT(E)
Eine Wanderausstellung zu Rassismus,
Diskriminierung und Menschenrechten
Im Mobilen Lernlabor können Besucher*innen große Themen selbst entdecken. An zahlreichen interaktiven Stationen werden sie herausgefordert – zum Mitmachen und Querdenken, zum Diskutieren und Träumen. Das Mobile Lernlabor „Mensch, Du hast Recht(e)!“ der Bildungsstätte Anne Frank ist mehr als eine typische Ausstellung. Es vermittelt Wissen nicht von oben herab, sondern möchte sein Publikum herausfordern, irritieren – und aktivieren.

Samstag, 6. – Donnerstag, 25. November 2021 Gruppen / Schulen täglich 10:15 – 11:30 Uhr und 11:30 – 13:15 Uhr, mit Voranmeldung – zwei Lerngruppen pro Zeitfenster möglich.
Anmeldung unter info@kuenstlich-ev.de
Kulturzentum Bezalel-Synagoge, Lich


3.
FLUCHTGRUND
Wanderausstellung
Was bringt Menschen dazu, ihre
Heimat zu verlassen und ein besseres
Leben zu suchen? In dieser Ausstellung
finden Sie und Ihr Hintergründe und
Zusammenhänge. Öffnungszeiten nach Absprache

Samstag, 6. – Donnerstag, 25. November 2021
Anmeldung unter info@kuenstlich-ev.de
DAZWISCHEN, Gießener Straße 5, Lich


4.
„SCHAUT HIN HÖRT – HIN“
„Wenn wir aufhören, uns zu begegnen, ist es, als hörten wir auf zu atmen.“
(Martin Buber)
1700 Jahre Christen und Juden in Deutschland zwischen Vergegnung und Begegnung. Die Ausstellungseröffnung findet am 7. November im Rahmen des Gottesdienstes statt. (Pfr. Lutz Neumeier)

Montag, 1. – Sonntag, 21. November 2021
Evangelische Marienstiftskirche, Am Wall 24, Lich


Eröffnung: MENSCH, DU HAST RECHT(E)
Eine Wanderausstellung zu Rassismus,
Diskriminierung und Menschenrechten

Dienstag, 9. November 2021
10:15 – 11:30 Uhr und 11:30 – 13:15 Uhr
Anmeldung unter info@kuenstlich-ev.de
Kulturzentum Bezalel-Synagoge, Lich









MAHNWACHE
Dienstag, 9. November 2021 I 18:00 Uhr Andacht
anschl. Mahnwache am Denkmal vor der Kirche
In der Kirche wird der Leiden der Menschen unter dem Holocaust gedacht. Im Anschluss wird am Denkmal an die jüdischen Familien erinnert, die aus Lich fliehen mussten oder deportiert wurden. (Pfrin. Sylvia Grohmann)

Evangelische Marienstiftskirche, Am Wall 24, Lich


FLUCHTGRUND
Im Rahmen der Ausstellung lädt der Ausländer*beirat der Stadt Lich zu einer Begegnung mit Geflüchteten aus Afghanistan ein.
Bilder der Flüchtenden am Flughafen von Kabul im September dieses Jahres sind noch in Erinnerung, aber auch dramatische Ereignisse verschwinden schnell aus den Nachrichten. Durch die persönliche Begegnung mit Menschen, die aus Afghanistan geflüchtet sind, gewinnen wir andere Eindrücke als über Internet oder Fernsehen. Ihre Eltern, ihre Verwandten sind noch dort oder in Nachbarländern, wir erfahren im Gespräch mit unseren Gästen, was in Afghanistan geschieht. Forum für Völkerverständigung in Kooperation mit dem Ausländer*beirat.

Mittwoch, 10. November 2021 I 19:00 Uhr
DAZWISCHEN, Gießener Straße 5, Lich


UMKÄMPFTES ASYL
Kurzvortrag und Gesprächsrunde von und mit
Dr. Patrice Poutrus, Historiker Universität Erfurt
Die Auseinandersetzung um die Asylpolitik hat die BRD seit ihrem Bestehen begleitet. Über die konkrete Anwendung der im Grundgesetz verankerten Formel „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“ wurde von Anfang an heftig diskutiert. Nach der deutschen Wiedervereinigung gipfelten die Debatten und der Grundgesetzänderung von 1993, die eine Einschränkung des Asylrechts bedeutete – gleichwohl blieb die Kontroverse um Flucht und Asyl bestehen. Dr. Poutrus wird in einem zeithistorischen Überblick verdeutlichen, dass es im Streit um Zuwanderung, politisches Asyl, Grenzschutz und „Willkommenskultur“ um zentrale Streitfragen der politischen Identität dieses Landes geht, die keineswegs im Jahr 2015 ihren Ursprung haben. Veranstaltung des Ausländerbeirates des LK Gießen.

Freitag, 12. November 2021 I 18:30 Uhr
DAZWISCHEN, Gießener Straße 5, Lich



MUSIKALISCHE LESUNG:
„Denk ich an Deutschland in der Nacht...“
Sven Görtz liest und singt Heine, Zweig, Kafka und Tucholsky, mit einem philosophischen Kurzvortrag zum Thema Antisemitismus.
Texte jüdischer Autoren deutscher Sprache, um zu zeigen, welch großartige Kunst bekämpft wurde: Zeitlose, berührende, geheimnisvolle und humorvoll weise Texte von Heinrich Heine, Stefan Zweig, Franz Kafka und Kurt Tucholsky. Die einstündige musikalische Lesung leitet Sven Görtz mit einem Kurzvortrag ein. Er referiert den berühmten Aufsatz „Überlegungen zur Judenfrage“ des französischen Philosophen Jean-Paul Sartre, in dem er das Wesen des Antisemitismus untersucht und erörtert.

Eintritt frei
Freitag, 12. November 2021 I 20:00 Uhr
Kulturzentum Bezalel-Synagoge,
Amtsgerichtsstraße 4, Lich
Anmeldung/Abmeldung bei der vhs bis 2. Nov. 2021


HALVA
Eine musikalische Erkundung Osteuropas
Halva ist das internationale Ensemble, mit dem
Nicolaas Cottenie (Belgien, Geige) die Verbindungen zwischen traditioneller jiddischer Musik und die sie umgebenden Kulturen erforscht. Dabei stehen die Einflüsse aus Griechenland, der Türkei, Ungarn, Rumänien und auch der westeuropäisch-klassischen Musik im Mittelpunkt seiner Arbeit. Das Ergebnis ist eine lebendige energiegeladene Musik, die zum Tanzen einlädt und doch hin und wieder einen ernsteren, in sich gekehrten, Ton anschlägt.
Kartenvorverkauf im Kino oder unter
info@kuenstlich-ev.de

Eintritt 22 Euro / 18 Euro
Samstag, 13. November 2021 I 20:00 Uhr
Kulturzentum Bezalel-Synagoge, Amtsgerichtsstraße 4, Lich


AUSSTELLUNGSSPAZIERGANG
Alle vier Ausstellungen sind parallel geöffnet!
Sonntag, 14. November 2021 I 14:00 - 17:00 Uhr



FLUCHTGRUND
Im Rahmen der Ausstellung lädt der Ausländer*beirat der Stadt Lich zu einer Begegnung mit Geflüchteten aus Afghanistan ein.
Forum für Völkerverständigung in Kooperation mit dem Ausländer*beirat.

Mittwoch, 17. November 2021 I 19:00 Uhr
DAZWISCHEN, Gießener Straße 5, Lich


WAS BEDUTET JÜDISCH SEIN?
Eine erste Begegnung mit
Grundfragen der jüdischen Existenz

- Was macht das Wesen der Juden aus?
- Sind Juden eine Nation oder eine Religion?
- Braucht ein Volk notwendigerweise ein eigenes Land?
- Kann man aufhören, Jude zu sein?
Auf diese und weitere Fragen geht Referent Dr. Vladislav Soskin im Dialog mit Cornelius Mann, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Gießen-Wetzlar e. V. ein. Unter dem Namen „#2021JLID - Jüdisches Leben in Deutschland“ werden bundesweit rund tausend Veranstaltungen ausgerichtet. Darunter Konzerte, Ausstellungen, Musik, ein Podcast, Video-Projekte, Theater, Filme... Ziel des Festjahres ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen. (https://2021jlid.de)

Eintritt frei
Mittwoch, 24. November 2021 I 18:30 Uhr
vhs Haus, Kreuzweg 33, Lich


VOM SCHEITERN EINES ANBERAUMTEN MASSENMORDES
Bulgarien 1934 – 1944
Begleitveranstaltung zur Ausstellung mit Anna Tüne (Berlin)
Die Wanderausstellung und ihre Begleitbroschüre wurden realisiert als drittes Teilprojekt der Reihe
„Topographien der Menschlichkeit“ des Vereins Courage gegen Fremdenhass e.V. Die Reihe ist der Fähigkeit der Menschen gewidmet ist, sich auf die „richtige“ Seite zu stellen, die Seite der Geschwisterlichkeit aller Menschen.

Eintritt frei, begrenzte Platzzahl,
Anmeldung unter www.vhs-kreis-giessen.de
Mittwoch, 24. November 2021 I 20:15 Uhr
vhs Haus, Kreuzweg 33, Lich


Reihe 9. November 1938
Ein Vortrag von Dieter Bender
Verschleppt, zugrunde gerichtet, ermordet - die vergessenen Opfer der Zwangsarbeit.
Zwangsarbeit war im faschistischen Deutschland allgegenwärtig, Menschen aus Frankreich, Polen, der Sowjetunion und anderen Ländern Europas wurden auch in alle Ortsteile Lichs verschleppt. Sie mussten dort unter unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen Zwangsarbeit verrichten, darunter auch Kinder. Zu den vergessenen und verdrängten Opfern dieses allgegenwärtig sichtbaren Verbrechens gehörten auch Neugeborene und ihre Mütter, auch und gerade in Lich. Wurden Zwangsarbeiter krank, wurden sie sich selbst überlassen oder ermordet.
Nach über 75 Jahren mangelt es auch heute noch an einer umfassenden Aufarbeitung dieser Verbrechen, die unmittelbar vor unserer Haustür stattfanden. Täter und Nutznießer wurden geschont, Spuren beseitigt, die Opfer vergessen gemacht.
Der Wettenberger Antifaschist und Lokalhistoriker Dieter Bender berichtet über neuere und bisher unveröffentlichte Forschungsergebnisse unter besonderer Berücksichtigung der mittelhessischen Region und des Licher Umlands.
Vortrag mit anschließender Gelegenheit zur Diskussion.
Eintritt: frei
Do. 11. November um 19 Uhr im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge


Die Filmreihe
Zu Gast im Traumstern Filmemacherin Karin Kaper
WALTER KAUFMANN – Welch ein Leben!
Deutschland 2021, Farbe und S/W, 101 Min.
Regie: Karin Kaper und Dirk Szuszies
In ehrendem Gedenken an Walter Kaufmann
Mit: Angela Brunner, Angela Davis, Ann Guterman, u.a.
Gefördert von 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V., der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Filmförderungsanstalt sowie der Kurt und Hildegard Löwenstein/Losten Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Auschwitz Komitee e.V.
Im Leben des am 15.4.2021 im Alter von 97 Jahren in Berlin gestorbenen Walter Kaufmann spiegeln sich auf außergewöhnlichste Weise weltweit bedeutende Ereignisse, Katastrophen, Erschütterungen des letzten Jahrhunderts, die bis in unsere Gegenwart wirken. Der Film verfolgt die abenteuerlichen Reisen und Erfahrungen des jüdischen, deutsch-australischen Schriftstellers in aller Welt: Deutschland, USA, Israel, Kuba, Japan, Australien.
Ein wichtiges im Film wiederkehrendes dramaturgisches Element ist die Umsetzung des Briefwechsels von Sally und Johanna Kaufmann mit ihrem Adoptivsohn Walter. Dieser erhaltene bewegende Austausch beginnt mit dem Kindertransport von Walter nach England und endet an dem Tag der Deportation der Eltern nach Theresienstadt. Seit seiner Jugend schlägt sich Walter Kaufmann auf die Seite der Verfolgten und Entrechteten dieser Erde. Seine Abenteuerlust ist Ausdruck eines wachen Geistes, der die Welt mit eigenen Augen erfassen will. Es ist eine seltene letzte Gelegenheit für junge und ältere Zuschauer, die Welt aus der Perspektive dieses Zeitzeugen vermittelt zu bekommen.
Am Mittwoch, 27. Oktober um 19.30 Uhr mit anschließendem Filmgespräch mit Filmemacherin Karin Kaper
und Mo. 1. bis Mi. 3. November, täglich um 16.30 Uhr


Reihe 9. November 1938
Zu Gast im Kino Traumstern: Regisseurin Sonja Toepfer und Autor Dr. Friedhelm Röder
JOSEF IST IM STALL - Ein Lehrstück
Deutschland 2021; 86 min.; FSK o.A.
Regie: Sonja Toepfer
Ein Arthouse-Film von Sonja Toepfer nach einem Buch von Friedhelm Röder „Die Ermordung des polnischen Zwangsarbeiters Josef Jurkiewicz durch die Gestapo Kassel“
Josefs Heimat ist Polen. Dort lebt er verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist 31 Jahre und kommt 1940 als kriegsgefangener Zwangsarbeiter in ein kleines nordhessisches Dorf. Er hat das Glück, bei einem wohlgesonnenen Landwirt unterzukommen. Josef und Luise, die ledige Schwester des Landwirts, verlieben sich ineinander. Luises Schwangerschaft bleibt im Dorf nicht verborgen, die beiden werden denunziert. Er, der verheiratete und damit nicht „eindeutschungsfähige Pole“, kommt ins Straflager und wird schließlich am Dorfrand für jedermann sichtbar hingerichtet. Das mittlerweile geborene Kind wird Luise weggenommen und verstirbt unter zweifelhaften Umständen. Luise kommt danach bis Kriegsende ins KZ. Nach ihrer Rückkehr wird ihr durch die bundesdeutsche Rechtsprechung jedwede Wiedergutmachung verwehrt.
Die Regisseurin lässt die Filmgeschichte durch einen Erzähler, einen Klinikpsychiater, aufrollen. Die Besonderheit liegt darin, dass Dr. Friedhelm Röder diese Geschichte, die auf der Ermordung des polnischen Zwangsarbeiters Josef Jurkiewicz fußt, anhand eigener Recherchen und Zeitzeugengespräche selber geschrieben hat. Die gewählte Arthouse-Form, gepaart mit seinem nüchternen Erzählstil, vermittelt einen nachhaltigen Eindruck der schrecklichen persönlichen Tragödie und des gesellschaftlichen Dauerversagens. Obgleich der Bezug zur aktuellen Zeit nicht genannt ist, kann der Film als Lehrstück für unsere heutige Zeit gedeutet werden.
Matinée am Sonntag, 28. November um 12 Uhr im Kino Traumstern. Filmgespräch im Anschluss mit der Regisseurin Sonja Toepfer und dem Autor Dr. Friedhelm Röder


RESISTANCE – WIDERSTAND
Frankreich / Deutschland / USA / GB 2020, Farbe, 121 Min., FSK: ab 12
Regie: Jonathan Jakubowicz
DarstellerInnen: Jesse Eisenberg, Ed Harris, Clemence Poesy, Matthias Schweighöfer
Während des Zweiten Weltkriegs und der Besetzung Frankreichs durch das Deutsche Reich engagiert sich der orthodoxe Jude Marcel Marceau, der eigentlich Marcel Mangel heißt und später als Pantomime weltbekannt werden soll, unter dem Einfluss seines Cousins Georges Loinger und seines Bruders Simon im Widerstand Frankreichs. Marceau nutzt dabei seine Pantomimen-Ausbildung, um Waisenkindern, deren Eltern dem Holocaust zum Opfer fielen, bei der Flucht zu helfen und sie so vor den Rassegesetzen und den Konzentrationslagern der Nazis zu bewahren. Doch dafür muss er gemeinsam mit der Aktivistin Emma in den Untergrund gehen und in höchster Gefahr leben. Denn der lokale Gestapo-Chef Klaus Barbie setzt alles daran, die Gruppe zu zerschlagen.
Do. 28. Oktober bis Mi 3. November täglich um 18.30 Uhr (Do in OmU)


SCHACHNOVELLE
Deutschland/Österreich 2020, Farbe, 111 Min., FSK: ab 12
Regie: Philipp Stölzl
Darsteller: Oliver Masucci, Albrecht Schuch, Birgit Minichmayr, Rolf Lassgård
In der Romanverfilmung SCHACHNOVELLE, nach dem gleichnamigen Buch von Stefan Zweig, flüchtet ein von den Nationalsozialisten inhaftierter Anwalt sich in die Welt des Schachs, um so der Folter standzuhalten.
Wien, 1938: Österreich wird vom Nazi-Regime besetzt. Kurz bevor der Anwalt Josef Bartok mit seiner Frau Anna in die USA fliehen kann, wird er verhaftet und in das Hotel Metropol, Hauptquartier der Gestapo, gebracht. Als Vermögensverwalter des Adels soll er dem dortigen Gestapo-Leiter Böhm Zugang zu Konten ermöglichen. Da Bartok sich weigert zu kooperieren, kommt er in Isolationshaft. Über Wochen und Monate bleibt Bartok standhaft, verzweifelt jedoch zusehends – bis er durch Zufall an ein Schachbuch gerät.
Für SCHACHNOVELLE konnte Regisseur Philipp Stölzl eine beeindruckende Besetzung gewinnen. Neben Hauptdarsteller Oliver Masucci sind Albrecht Schuch, Birgit Minichmayr und Rolf Lassgård Teil des herausragenden Ensembles.
„Von den vielen berühmten Texten, die Stefan Zweig verfasst hat, ist „Schachnovelle“ wohl der bekannteste, über eine Millionen Mal verkauft und dank seiner Kürze beliebter Stoff im Deutsch-Leistungskurs. Dort könnten bald die Unterschiede in der filmischen Adaption herausgearbeitet werden, die Philipp Stölzl zu einem gediegenen und vor allem schauspielerisch überzeugenden Film formt.“ (programmkino.de)
Fr 24. bis Mi 29. September täglich um 20.30 Uhr
Matinée am So 26. September um 12 Uhr
Mo 8. bis Mi 10. November täglich um 18.15 Uhr


SPEER GOES TO HOLLYWOOD
Israel 2020, Farbe, 97 Min., FSK:
Regie: Vanessa Lapa
Paramount Pictures plant 1971 Albert Speers Welt-Bestseller „Erinnerungen“ zu verfilmen, und Speer wirkt selbst am Drehbuch mit. Monatelange Gespräche, die von Drehbuchautor Andrew Birkin aufgezeichnet wurden, zeigen Speers skrupellosen Versuch, seine Vergangenheit mit dem geplanten Film reinzuwaschen.
Die bis dato unveröffentlichten Aufzeichnungen – 40 Stunden im Original – bilden die Tonebene von SPEER GOES TO HOLLYWOOD und werden durch einzigartige Archivaufnahmen auf der Bildebene ergänzt. Regisseurin Vanessa Lapa kämpft sich dabei durch einen breiten Sumpf von Lügen, die seit langer Zeit die Wahrheit über Hitlers „Leibarchitekten“ verdecken.
Albert Speer zählte zu Hitlers engsten Vertrauten und sollte ab 1937 als Generalbauinspektor Berlin zur Welthauptstadt „Germania“ umgestalten. Als Reichsminister für Bewaffnung und Munition war er ab 1942 verantwortlich für 12 Millionen Zwangsarbeiter. Die vorsichtigsten Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens ein Drittel von ihnen zu Tode kam. Dennoch genießt er bis heute den Ruf des „guten Nazis“. Ein Mythos, den er sorgsam selbst entwarf und kultivierte – und der nur allzu gerne von einer weltweiten Öffentlichkeit aufgenommen wurde.
„Er war Hitlers Architekt, Wegbegleiter und Freund des Führers, schaffte es aber dennoch lange Zeit, als der „gute Nazi“ zu gelten. Ein Faszinosum, ein Mysterium ist Albert Speer, dessen Autobiographie Anfang der 70er Jahre tatsächlich fast in Hollywood verfilmt worden wäre. Davon erzählt Vanessa Lapa in ihrem Dokumentarfilm, der vom Mythos Speer nichts mehr übriglässt.“ (programmkino.de)
Mo 22. bis Mi 24. November täglich um 18.30 Uhr


DAS GLÜCK ZU LEBEN - The euphoria of being
Ungarn 2019; Farbe; 83 Min. OmU
von Réka Szabó
mit Éva Fahidi und Emese Cuhorka
Dokumentarfilm über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Bewegt von Éva Fahidis Autobiografie DIE SEELE DER DINGE studiert die Regisseurin und Choreografin Réka Szabó mit Éva Fahidi und der Tänzerin Emese Cuhorka eine Tanzperformance ein. Der Film dokumentiert die monatelange Probenarbeit. Schnell entwickelt sich eine intensive Beziehung zwischen den drei Frauen. Éva Fahidi stößt dabei aber nicht nur an ihre physischen Grenzen. Der dialogische Prozess schwemmt schmerzhafte Erinnerungen wieder an die Oberfläche. Mehr und mehr wird die performative Arbeit zur Auseinandersetzung mit ihrem Trauma.
„Eine wunderbare und unglaublich intensive Arthouse-Entdeckung: Es geht um ein ganz besonderes Tanzprojekt, bei dem eine Frau am Ende ihres Lebens gemeinsam mit einer jungen Modern Dance-Ballerina in die Vergangenheit reist – ein oft schmerzhafter Weg, denn die 90-jährige Éva Fahidi ist eine der wenigen Überlebenden des KZ Auschwitz. Die ungarische Regisseurin und Choreographin Réka Szabó hat ein großartiges Kunstwerk geschaffen, bei dem Musik, Tanz und das gesprochene Wort miteinander verschmelzen. Ihr Film zeigt die aufregende Probenarbeit, aber auch den Prozess des Kennenlernens und des Verstehens zwischen den drei Frauen. Am Ende steht eine bühnensprengende Performance – ein Tanz gegen das Vergessen als Hymne an das Leben.“ (programmkino.de)
Do 2. bis Sa 4. Dezember täglich um 16.30 Uhr